Wiederaufforstungsprojekt im Senegal 2010

 

Projektbeschreibung

Der Bereich, in dem das Projekt durchgeführt wird, ist im Norden Senegals situiert, 15°23’ Breite Nord und 15°10’ Länge West (auf Google Earth sichtbar – http://www.earth.google.com). Die Zone des Projektes befindet sich östlich der Kleinstadt Linguère und gehört zum mittleren Ferlofluss-Tal. Die Wiederaufforstung erfolgte auf dem Gebiet des Dorfes Nguith. Das etwa einen Kilometer vom Dorf entfernte Feld erreicht man leicht über einen Weg aus gestampfter Erde. Der wiederaufgeforstete Perimeter ist von der Nationalstrasse her zu sehen, wenn man den Blick nach Süden richtet, 7 Kilometer vor Linguère. Das Projekt hat ausserdem dazu beigetragen, weitere zwei Umzäunungszonen wieder instand zu setzen; diese sind bei den Dörfern Golum und Kane, nördlich von Linguère, lokalisiert

Mitarbeiter

Das Projekt erfolgte einerseits unter der Mitarbeit des senegalesischen Försterkorps, das die Pflanzen, technische Unterstützung sowie Spezialisten zur Verfügung gestellt hatte und andererseits in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, welche bei der Umpflanzung mitgeholfen hatte und zugleich die umzäunten Bereiche kontrolliert und schützt.

Aufforstung

Unsere Projekte bestehen darin, junge Pflanzen zu versetzen, um die im Jahre 2005 gepflanzten Bäume zu ersetzen, die seither nicht überlebt haben. Die Umpflanzung wird von der Bevölkerung der betroffenen Dörfer unter der Leitung des Försterkorps durchgeführt. Die Förster nehmen selbst den Transport der Pflanzen aus ihrer Baumschule in Linguère vor und bringen sie zu den Parzellen bei Nguith – ca. 10 Km weit. Am Zielort zieht eine Mannschaft (bestehend aus Förster und Dorfbewohner) die „Umpflanzungslinien“ und markiert die Stellen, wo die Pflanzen gesetzt werden sollen; ein zweites Team gräbt die Gruben aus und eine dritte Gruppe setzt die Pflanzen in die Erde. Um die trockenen, pflanzenfreien Stellen innerhalb der Umzäunung zu füllen, wurden verschiedenartige Bäume benutzt: ausser der Acacia senegalensis (eine Art Gummibaum) wurden ferner weitere einheimische Arten gepflanzt, wie die Acacia radiana, die Ziziphus mauritiana (deren Früchte verkäuflich sind) und die Parkinsonia aculeata. Des weiteren wurden einige Bäume gewählt, die, obwohl sie ursprünglich aus Australien stammen, für die lokale Bevölkerung von Interesse sind, da sie Bauholz liefern; ausserdem passen sich diese Bäume während der Regenzeit sehr gut dem überfluteten Boden an.

Ziele des Projektes

  • Die Wüstenausdehnung direkt bekämpfen.
  • Durch den langfristigen Nutzen der pflanzlichen Produkte der umgepflanzten Bäume das Wohlbefinden der Bevölkerung zu gewährleisten – nicht zuletzt auch durch die Heuproduktion, welche während der trockenen Jahreszeit als Viehnahrung verwertet werden kann.
  • Beitrag zur Senkung der atmosphärischen CO2-Konzentration dank derer Fixierung im Baumholz durch Photosynthese.
  • Erhöhung der Biodiversität.

Auswirkungen

 Verminderung der Wüstenausdehnung Die betroffene Fläche (200 Hektaren) ist zu klein, um eine entscheidende Auswirkung auf das Klima und die Wüstenausdehnung auf regionaler Ebene zu erwirken. Doch auf lokaler Ebene entstehen ein Mikroklima und ein Ökosystem, die eine vermehrte Biodiversität – sowohl der Fauna, als auch der Flora – begünstigen. Innerhalb des umzäunten Bereichs wurde ein Wiederauftreten von Tier- und Pflanzenarten festgestellt, die in der Zone seit langem nicht mehr gesichtet worden sind.

Landwirtschaftlich-forstliche Einnahmen

Man erwartet Einnahmen dank der Gummibäume, vor allem durch die Verarbeitung und den Handel des von ihnen gewonnenen Gummiarabikums. Dieses Einkommen ist demnach nicht nur forstlicher Natur (Holz der Bäume), sondern wirkt sich positiv auf die ganze Gummiarabikumindustrie aus. Für die Bevölkerung sind solche sekundäre forstliche Erträge bestimmt interessant und dürften dazu beitragen, die Achtung vor und die Rücksicht auf den Wald zu steigern.

CO2

Die Ablagerung des Kohlendioxids im Baumholz stellt mittlefristig eine weitere interessante Auswirkung der Wiederaufforstung dar, da CO2 der Atmosphäre entzogen wird.

Futterreserve

 Die bereits vorhandene und von diesem Projekt nicht mitfinanzierte Umzäunung hindert das Vieh daran, das Gras unkontrolliert zu weiden, welches sich somit vollständig entwickeln und so bis zur nächsten Regenzeit im Boden überhaupt überleben kann. Bis zur Regenzeit ist nämlich die Weide ausgetrocknet; und nur das bis dahin geschützte und verschonte Gras liefert das nötige Heu für das Überleben des Viehs. Die Viehbesitzer sind berechtigt, das Heu zu sammeln und aus der Umzäunung zu transportieren – es ist den Tieren nämlich nicht erlaubt, diesen Bereich zu betreten. Diese Ernte ist gebührenpflichtig, was dem Dorf das Geld für den Lohn eines Wächters ermöglicht, der die Umzäunung das ganze Jahr über bewacht.

Landwirtschaft

Warum eine Umzäunug? Die teure Umzäunung (die bereits vorhanden ist und deren Finanzierung nicht durch unsere Projektgelder mitgetragen wurde) hat eine wichtige Funktion: sie schützt die Felder innerhalb des Perimeters vor zufälligen Vieheinfällen, die inner kürzester Zeit alle jungen, umgepflanzten Bäumchen zerstören würden.

Biodiversität

Die umzäunte Parzelle verwandelt sich mit der Zeit in eine geschützte Oase, in welcher Pflanzen und Tiere (keine ganze Herden) Zuflucht finden und sich reproduzieren können. Dieser Bereich ermöglicht einerseits den bedrohten Lebewesen ein Überleben, andererseits entwickelt er sich zu einer Basis für die Fortpflanzung von Flora und Fauna, die ausserhalb der Umzäunung keinen geeigneten Wohnraum dazu finden würden. So wurden zum Beispiel in dieser Zone Kräuter gefunden, die längst verschwunden waren und im Jahr 2009 sichtete man sogar eine Hyäne.

 

Aktuelle Projekte

Wiederaufforstungsprojekt im Senegal 2010

In luglio e agosto del 2010 è stata fatta una riforestazione di 200 ha nel nord del Sénégal, in collaborazione con il corpo forestale senegalese. Le parcelle prescelte facevano...

Projekt 2013-2015

Nella stessa zona in cui abbiamo operato nel 2010, abbiamo individuato un altro villaggio bisognoso di interventi. Stiamo dunque elaborando un progetto di riforestazione...